Medizinische Dienst der Krankenkasse: Was sollte bei einem Gutachterbesuch beachtet werden?

Um was geht es beim Besuch des MDK?

Zunächst sollte man sich klarmachen, dass der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) bzw. der unabhängige Gutachter nicht die Schwere der Erkrankung oder der Behinderung, sondern den sich aus der konkreten Schädigung und Beeinträchtigung resultierenden Hilfebedarf überprüft. So sagt ein Grad der Behinderung oder der Bezug einer Erwerbsunfähigkeitsrente nichts über das Vorliegen der Voraussetzungen der Pflegestufe aus.

Vorbereitung auf den MDK-Besuch

Um eine möglichst gerechte Einstufung zu erzielen, sollten Sie sich auf den Termin vorbereiten. Dazu gehört z.B. das Anlegen eines Pflegetagebuchs, in dem Sie die genauen Pflegezeiten aufschreiben.

Pflegende Angehörige sollten beim Ausfüllen darauf achten, den Zeitaufwand für die Pflegetätigkeiten nicht zu gering anzusetzen.Häufig unterschätzen Angehörige die tatsächliche Zeit, die sie für Waschen, Kämmen, Anziehen oder die Hilfe beim Essen aufbringen. Dokumentieren sie deshalb auch kleine Handreichungen im Pflegetagebuch. Zum Termin sollten Sie außerdem Hausarzt- oder Krankenhausberichte bereithalten, ebenso wie Medikamente oder andere benötigte Hilfsmittel.

Die Einstufung der Pflegebedürftigkeit richtet sich danach, wie hoch der tägliche Hilfebedarf insgesamt ist und wie viel Zeit eine Pflegeperson für diese Hilfe benötigt. Entscheidend ist, ob die Hilfestellung dauerhaft (mindestens sechs Monate) und regelmäßig erbracht werden muss.

Wie verläuft die Begutachtung?

Der Beauftragte überprüft bei seinem Besuch, welche Hilfe der Pflegebedürftige im Alltag (Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Mobilität, hauswirtschaftliche Versorgung) benötigt. Zusätzlich werden einige Untersuchungen durchgeführt, z.B. zur Beweglichkeit des Betroffenen. Kann der Pflegebedürftige noch sicher gehen? Können die Arme hinter dem Rücken verschränkt werden? Der Gutachter beurteilt auch, ob Rehabilitation oder der Einsatz von Hilfsmitteln für den Antragsteller sinnvoll erscheinen.

Keine falsche Scham, Angehörige sollten anwesend sein

Die Begutachtung ist vielen älteren Menschen unangenehm. Oft geben sie dem Gutachter deshalb beschönigende Antworten oder verschweigen, dass sie Hilfe für alltägliche Verrichtungen benötigen. Dies kann eine Beurteilung des wirklichen Pflegebedarfs erschweren und eine zu niedrige Einordnung in eine Pflegestufe zur Folge haben. Daher ist es empfehlenswert, dass Angehörige oder der zuständige Pflegedienst während der Begutachtung anwesend sind.

Kristin Maryska

Rechtsanwältin und Unternehmensgründerin von www.seniorenanwälte.de Anwaltsnetzwerk für ganzheitliche Rechtsberatung ab der Mitte des Lebens

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