Patientenverfügung: Tipps, Inhalte und Ziele

Was ist das Ziel einer Patientenverfügung?

Mit einer Patientenverfügung legen Sie den Umfang der medizinischen Versorgung bei schwerer und aussichtsloser Erkrankung fest. Sie betrifft den höchstpersönlichen Bereich. Sie können z.B. erklären, dass Sie ärztliche Maßnahmen ablehnen, die lediglich Ihr Leiden verlängern. Dann ist es den Medizinern erlaubt, das Behandlungsziel zu ändern: Statt Lebensverlängerung und Apparatemedizin geht es nun um Schmerz- und Beschwerdelinderung.

Wie verbindlich ist eine Patientenverfügung?

Die gesetzliche Regelung der Patientenverfügung sieht vor, dass Festlegungen für bestimmte ärztliche Maßnahmen verbindlich sind, wenn durch diese Festlegungen Ihr Wille für eine konkrete Lebens- und Behandlungssituation eindeutig und sicher festgestellt werden kann. Die Ärztin oder der Arzt muss eine derart verbindliche Patientenverfügung beachten. Die Missachtung des Patientenwillens kann als Körperverletzung strafbar sein. Damit Ihre Patientenverfügung beachtet werden kann, müssen Sie die darin enthaltenen Erklärungen frei verantwortlich, insbesondere ohne äußeren Druck, abgegeben haben. Zudem darf die Patientenverfügung nicht widerrufen worden sein. Unbeachtlich sind Anordnungen, die gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen (§ 134 BGB). Deshalb kann in einer Patientenverfügung beispielsweise vom Arzt keine strafbare Tötung auf Verlangen gefordert werden.

Was kann bzw. sollte in einer Patientenverfügung geregelt sein?

Die Patientenverfügung sollte konkrete Hinweise über bestimmte Arten der Behandlung enthalten. Es sollten die Fälle beschrieben werden, in denen die gewünschte Behandlung oder Behandlungsbegrenzung stattfinden soll sowie die konkreten Wünsche zur Behandlungsbegrenzung. Außerdem sollten die Behandlungsmaßnahmen, die Ihnen in dieser Krankheitssituation wichtig sind, beschrieben werden. Als Ergänzung und Auslegungshilfe der Patientenverfügung sollte die persönliche Wertevorstellung beigefügt werden (Aussagen über das bisherige Leben, das zukünftige Leben, eigene leidvolle Erfahrungen, die Beziehung zu anderen Menschen, die Rolle von Religion usw.).

Muss eine Patientenverfügung regelmäßig aktualisiert werden?

Es ist nicht unbedingt erforderlich, aber sehr empfehlenswert, eine Patientenverfügung in bestimmten Zeitabständen zu erneuern oder zu bestätigen. So kann man im eigenen Interesse regelmäßig überprüfen, ob die einmal getroffenen Festlegungen noch gelten sollen oder eventuell konkretisiert oder abgeändert werden sollten.

Wie mache ich auf eine Patientenverfügung aufmerksam?

Sie können Ihre Patientenverfügung daheim, bei einer Vertrauensperson oder bei einer zentralen Aufbewahrungsstelle (zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer) aufbewahren. Wichtig ist, dass der behandelnde Arzt schnell Kenntnis von ihr erlangt. Zu empfehlen ist die Mitführung eines Aufbewahrungshinweises und ggf. eine Information der jeweiligen Vertrauensperson. Download Mustervorlage Patientenverfügung (Rechtsklick+Speichern Unter)

Kristin Maryska

Rechtsanwältin und Unternehmensgründerin von www.seniorenanwälte.de Anwaltsnetzwerk für ganzheitliche Rechtsberatung ab der Mitte des Lebens

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