Senioren-Assistenten: Im Alter nicht alleingelassen

Wenn mit zunehmendem Alter die eigenen Kräfte nachlassen, akute oder chronische Erkrankungen den Lebensalltag erschweren, setzt bei vielen Senioren Verunsicherung und ein grundlegendes Nachdenken ein: Wie soll es weitergehen? Vor allem Alleinstehende verspüren einen starken seelischen Druck, der vielfach durch die allgemeine gesellschaftliche Ausgrenzung sowie fehlende Unterstützung und Akzeptanz älterer Menschen noch gravierend verstärkt wird. Rückzug, Resignation und Depression sind nicht selten die Folge – bis hin zur Selbstaufgabe. Genau hier setzt die sensible, professionelle und individuelle Unterstützung qualifizierter Senioren-Assistenten an: Mit ihrer Arbeit leisten sie einen wichtigen und wertvollen Beitrag für ein zufriedenes, glückliches und selbstbestimmtes Leben älterer Menschen.

Selbstständigkeit im Alter: Für Senioren ein besonders hohes Gut

Nicht weniger als 93 Prozent der über 65-Jährigen möchten laut einer forsa-Umfrage (2012 im Auftrag der Körber-Stiftung und der Zeitschrift „stern“) allein oder mit dem Partner leben und auf diese Weise ihre persönliche Unabhängigkeit in vertrauter Umgebung so lange wie möglich bewahren. Diese (auch durch viele andere Untersuchungen bestätigte) Lebensperspektive ist durch eine gezielte, individuelle Unterstützung und Begleitung leicht zu verwirklichen: Mehr als 600 qualifizierte Senioren-Assistenten, ausgebildet nach den anspruchsvollen Standards des so genannten „Plöner Modells“, stehen dafür inzwischen bundesweit zur Verfügung. Sie stellen sich im Internet unter www.die-senioren-assistenten.de persönlich vor und sind in Wohnortnähe schnell zu finden.

Gesellschaft, Zuwendung, Unterstützung, Begleitung

Senioren-Assistenten stellen sich auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse eines jeden Kunden ein. Sie haben Zeit, hören zu, leisten Gesellschaft und Ansprache, regen zu vielfältiger geistiger und körperlicher Betätigung an, kochen, begleiten zu Arzt- oder Friseurbesuchen, bei Spaziergängen oder Einkäufen, zu kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen. Darüber hinaus sind sie erfahren im Umgang mit Behörden (insbesondere Kranken- und Pflegekassen), klären schwierige Sachverhalte und übernehmen hierfür notwendige Gespräche und Korrespondenz. Sie helfen bei der Auswahl geeigneter Hilfsmittel (z. B. in Sanitätsfachgeschäften) oder können zur Optimierung des häuslichen Lebensumfeldes anregen (z. B. technische Hilfsmittel oder barrierefreie Um- und Einbauten vorschlagen, deren Kosten im Einzelfall sogar ganz oder teilweise erstattet werden). Viele von ihnen sind außerdem für die Arbeit mit Demenzpatienten geschult oder haben weitere Zusatzqualifikationen.

Dritte_Säule

Anerkennung als dritte tragende Säule

Während die reinen Haushalts- und Pflegedienste eine solide Grundversorgung sicherstellen („satt und sauber“), bringen Senioren-Assistenten Struktur, Aktivität, Freude und selbstbestimmte Teilhabe am Leben in den Alltag älterer Menschen zurück. Sie fördern und unterstützen respektvoll und behutsam, damit so viel Eigenständigkeit und Selbstachtung wie möglich erhalten bleibt. Sogar die Politik trägt diesem äußerst wichtigen Aspekt für ein würdevolles Leben im Alter inzwischen Rechnung: Im derzeit diskutierten Gesetzentwurf zur Pflegereform wird „Alltagsbegleitung“ ausdrücklich und detailliert beschrieben. Sie soll künftig zumindest in geringem Umfang über die Pflegeversicherung finanziert werden.

Thomas Bartel

Thomas Bartel, Jahrgang 1953, ist gelernter Journalist und Kommunikations-Experte. Er betreut seit mehr als 20 Jahren seine Mutter und ist als qualifizierter Senioren-Assistent (Plöner Modell) in Hamburg tätig.

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