Demenzdorf Alzey in der Prüfung: Ist das Modell ein Pflegeheim?

Die Eröffnung von Deutschlands ersten Demenzdorf in Alzey war ursprünglich für 2014 geplant, doch dieser Termin wird wahrscheinlich nicht zu halten sein. Das Demenz-Projekt findet sich noch in der Prüfung, denn die heimrechtliche Bewertung passt nicht in das gängige Muster.

Wie schwierig es ist, neue alternative Wohnkonzepte in Deutschland zu realisieren, zeigt das Projekt Demenz-Dorf Alzey in Rheinland-Pfalz. Mit großer Mehrheit hatte bereits im Juni 2012 der Stadtrat einem Optionsantrag zugestimmt, der dem Investor, der Schettler-Gruppe aus Herten/Westfalen, ein 12.000 qm große Grundstück zur Verfügung stellt. Hier soll für rund 14 Mio. Euro ein neues Quartier für 120 Menschen mit Demenz entstehen. ein zähes Ringen hat nun aber eingesetzt.

Experementierklausel für das Demenz-Dorf?

„Wir sind immer noch im Abstimmungsverfahren mit der Prüfbehörde“, sagte Jan Bennewitz, dessen Beratungsunternehmen Bennewitz & Georgi den Anstoß für das Vorhaben gegeben und mit der Schettler-Gruppe auch einen Investor gefunden hat, gegenüber der „Allgemeinen Zeitung“. Das Problem, das die zuständigen Stellen mit dem Konzept des Demenz-Dorfes haben, sei die heimrechtliche Bewertung. Zwischenzeitlich habe man sich zwar mit der Prüfbehörde darauf geeinigt, nach dem Paragrafen 17 des Landesgesetzes über Wohnformen und Teilhabe (LWTG) vorzugehen. Mit einer „Experimentierklausel“, der zufolge Projekte auf fünf Jahre befristet genehmigt werden, könne geprüft werden, wie neue Wohnformen in der Praxis bewähren. Aber diese Regelung ist für Investoren kaum akzeptabel. Widerruft die Prüfbehörde dann die Ausnahmegenehmigung, müsse der Investor sehen, wie er die Bauten einer anderen Nutzung zuführt.

Bennewitz versucht gegenwärtig, mit der dem rheinland-pfälzischen Sozialministerium unterstehenden Prüfbehörde eine „worst case“-Vereinbarung zu treffen, die klären soll, wie es nach fünf Jahren weitergeht, falls die Genehmigung widerrufen werden sollte. Die Verhandlungen müssen bald zum Abschluss kommen, denn am 31. Dezember endet die vom Stadtrat im Optionsvertrag mit dem Investor gesetzte Frist. So lange hält die Stadt das Gelände für die zweckgebundene Bebauung frei.

Mehr Informationen zur Demenz
Einrichtungen mit Demenzbetreuung
Quelle: CareInvest
Bildquelle: feddersenarchitekten

Alexander Keller

Ehemaliger Chefredakteur vom Wohnen im Alter Magazin.

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1 Antwort

  1. 2. Oktober 2013

    […] sich seit 2012 in der Planung. Doch das Demenz-Projekt befindet sich noch in der Prüfung. Ein Eröffnungstermin des Demenzdorfes ist vorerst nicht in Sicht. Hauptproblem ist die heimrechtliche Bewertung des Demenzdorfes. Das […]

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