Macht Schokolade glücklich?

Immer wieder ist die Rede davon, Schokolade mache glücklich und sei gar „Nervennahrung“. Sind solche Bemerkungen wissenschaftlich haltbar? Welche Rolle spielt die braune Süßigkeit für unsere Ernährung? Tatsache ist, dass in dem leckeren „Stoff“ bisher diverse Substanzen gefunden worden sind, die den menschlichen Körper beeinflussen könnten. Das sind zum Beispiel die Stoffe
Anandamid, Theobromin, Phenylethylamin und Serotonin.

Süchtig nach Schokolade?

Tryptophan enthält die braune Masse nicht direkt, dafür aber Phenylethylamin. Dieses hat eine Wirkung auf die Aufnahme von Tryptophan und auf den Blutzuckerspiegel. Gemeinsam mit dem Zucker, der in Bitterschokolade immerhin weniger enthalten ist, lässt es den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und ebenso rasch wieder abfallen und sorgt für schlechte Stimmung. Dadurch wird eine Art „Suchteffekt“ erzeugt: Man braucht neuen Zucker, um das Absinken wieder auszugleichen. Anandamid hat einen Effekt, der dem Cannabis ähnelt und auf den Serotoninspiegel wirkt. Doch um ihn zu bemerken, reicht die Menge einer Tafel oder der Genuss in Maßen nicht aus.

Wie viel Schokolade braucht man für einen Glücksrausch?

Durch das in der Schokolade enthaltene Serotonin wird theoretisch der Serotoninspiegel im Gehirn angehoben, der für ein Glücksgefühl oder gute Stimmung notwendig ist.
Der Serotoninspiegel, Theobromin und Koffein stimulieren das zentrale Nervensystem, erweitern die Blutgefäße und steigern die Leistungsfähigkeit. Diese Stoffe machen wach und munter. Eine Tasse Kaffee hat jedoch ein Vielfaches der Menge, die man mit einem Stück Schokolade essen kann. Alle diese Substanzen sind nur in sehr geringen Mengen in der Hauptzutat Kakao enthalten, so dass eine Tafel hinsichtlich der „Rauschwirkung“ nicht ins Gewicht fällt, wohl aber hinsichtlich der Wirkung auf die Schwerkraft. Durch den hohen Kalorien- und Zuckergehalt ist Schokolade alles andere als gesund und kann Pickel bewirken und den Genießer an Gewicht zunehmen lassen. Um hingegen in den Genuss eines chemisch bedingten Glücksrausches zu gelangen, müsste man 20-30 Kilogramm (das sind immerhin 200-300 Tafeln) der Leckerei auf einmal zu sich nehmen.

Wissenschaftlich gesehen hat das süße Hüftgold also keinerlei Wirkung auf die Stimmung, bestenfalls ein Placeboeffekt kann ihm durch den Genuss beim Essen zugeschrieben werden. Doch das kann jedes andere Produkt auch. Wer nicht zunehmen, sein Gehirn glücklich machen und Pickel vermeiden will, sollte besser auf eine gesunde Ernährung zurückgreifen, die nicht so viel Fett und Zucker enthält. Gegen den gelegentlichen Genuss (von vor allem Bitterschokolade) in Maßen ist jedoch nichts einzuwenden.

Bildquelle: Wikicommons „Fir0002/Flagstaffotos“.

Gastautor

Dies ist ein Gastbeitrag und spiegelt nicht die Meinung der Redaktion oder von Wohnen-im-Alter.de wieder. Sie möchten einen Gast-Beitrag veröffentlichen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion!

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.