Assistenztechnik: Mehr Lebensqualität für Senioren, weniger Stress für Pflegende

Ambient Assisted LivingDie Forschung in der Assistenztechnik für betreutes Wohnen nimmt derzeit stark zu: Elektronische Systeme helfen den Bewohnern, indem sie sie in ihren vier Wänden beobachten und Problemsituationen sichtbar machen. Bei Bedarf rufen sie Hilfe. Dank Smartphones, Tablets und anderen Kommunikationsmedien können Senioren jetzt mehr und mehr ein individuelles, „normales“ Leben führen. Dadurch werden Pflegende entlastet, da die Sicherheit und Lebensqualität der Bewohner stark zunimmt. Das aktuelle Handbuch „Assistenz für betreutes Wohnen“ von Guido Kempter und Walter Ritter stellt 38 verschiedene Projekte für Assistenztechnik aus deutschsprachigen Ländern vor.

Bewegungs- und Atemmonitoren retten Leben

Pflegebedürftigen von betreuten Wohnanlagen ist es jetzt möglich noch länger und selbstständiger in ihrer eigenen Wohnung zu leben. Verschiedene Systeme, die die Bewegungen der Bewohner identifizieren und analysieren sind bereits voll entwickelt und lösen bei Bedarf einen Alarm aus. Weitere Funktionen sind die automatische Lichtregulierung, die Temperaturregelung im Raum sowie die Wohnungsschließanlage. Auch für vollstationäre Pflegeheime ist die Assistenztechnik interessant, denn viele Systeme arbeiten mit Bewegungs- und Atemmonitoren, die im Zweifelsfall Leben retten können. Auch bei Bettnässen gibt es bereits eine Technik, die dies feststellt. Somit ist es möglich relativ zeitnah die Wäsche der Betroffenen zu wechseln.

Assistenztechnik gibt es auch für Pflegeheime

Wichtig ist auch das Thema Lichtqualität, denn ältere Menschen vermögen nicht das gleiche Lichtempfinden zu haben wie junge Menschen. Somit ergibt sich ein erhöhter Lichtbedarf. Durch den gezielten Einsatz von Licht, lässt sich das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen steigern. Auch für den Besuch vom Arzt in den Pflegeheimen wurde ein System entwickelt, das die Daten an den Arzt übermittelt. Über Skype kann der Arzt unmittelbar mit den Pflegenden und den Pflegebedürftigen sprechen und einfachere Probleme lösen.

Die Assistenztechnik ermöglicht eine schnelle Hilfe, die viel Aufwand und somit auch Stress erspart. Natürlich gilt dies nicht nur für die Pflegenden. Die Pflegebedürftigen erhalten durch dieses System ein hohes Maß an Sicherheit und gehen trotzdem selbstständig und individuell durch ihr Leben. Die Senioren haben dadurch mehr Lebensqualität. Das Handbuch basiert auf dem internationalen Fachsymposium, dem „Usability Day 12“ (2014) und stellt die aktuellen Entwicklungen in der Assistenztechnik vor.

Vanessa Bilger

Redakteurin bei wohnen-im-alter.de

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