Pflege 4.0 – Digitalisierung der Pflege durch moderne Technologien

Ambient Assisted Living

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Vom 13. – 15. September fand die dreitägige Fachmesse für Rehabilitation und Pflege in der Rostocker Hansemesse in Mecklenburg-Vorpommern statt. Dort wurden Produktneuheiten und Trends vorgestellt. Das zentrale Thema der Messe war die Frage wie die Pflege alter und kranker Menschen in Zukunft gestaltet werden soll.

 

 

 

 

Demografische Entwicklung lässt moderne Technologien notwendig werden

Die demografische Entwicklung ist schon seit Jahren Top- Thema in der Organisation der Pflege. Nicht nur die Lebenserwartung sondern auch die Pflegebedürftigkeit von älteren Menschen wird in Zukunft steigen. Aktuell liegt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bei rund 2,6 Millionen, währenddessen sie im Jahre 2060 bei rund 4, 7 Millionen Menschen liegen wird (BMG 2016).Experten zufolge wird es in Zukunft kaum mehr Pflegekräfte geben als derzeit und damit die Belastung der Pfleger steigen, daher könnte die Digitalisierung in der Pflege entlastend für die Pfleger sein.

Das neue Konzept „Pflege 4.0“

Unter dem Motto „Pflege 4.0“ werden moderne Technologien und die Digitalisierung der Pflege in Zukunft zusammengefasst. Genauer handelt es sich hierbei um Roboter, Transpondersystemen, technische Assistenzsysteme oder komplexe Automatisierungskonzepte, die den Pflegealltag erleichtern und die Pflegekräfte entlasten sollen. Dabei müssen allerdings unterstützende Technologien und altersgerechte Dienstleistungen Hand in Hand gehen. Die Technologien müssen den Erhalt und Ausbau der Fähigkeiten der Pflegebedürftigen fördern. Die Pflege 4.0 ersetzt somit nicht das Pflegepersonal, denn die pflegerischen Tätigkeiten können nicht vollständig durch Technologien erledigt werden. Die Pflegekräfte werden allerdings deutlich unterstützt und somit entlastet.

Technologien der Pflege 4.0

Vor allem im Hinblick auf die Selbstbestimmung und Lebensqualität älterer Menschen könnten neue Technologien einen Mehrwert in der Pflege bringen. Unterstützende Technologien helfen den Menschen zum Beispiel in der Hausarbeit und fungieren somit als technische Haushaltshilfe. Neue Kommunikationsmittel und Mobilitätslösungen sollen außerdem das Leben erleichtern und stehen beim Konzept Pflege 4.0 im Mittelpunkt. Durch spezielle Fußböden und einzelne Sensormatten könnte zum einen die Erfassung von Stürzen und zum anderen die allgemeine Tätigkeit und Aktivität der Senioren  überwacht werden. Durch die integrierten Sensoren können Position und Bewegungsverhalten von den Senioren festgestellt und analysiert werden.

Chance und Risiken der Pflege 4.0

Sowohl Chancen als auch Risiken sind mit der Einführung technologischer Innovationen im Pflegebereich gegeben. In ethischen Gesichtspunkten wird vor allem darüber diskutiert, ob die Technologie pflegerische Leistungen, wie zwischenmenschliche Zuwendung, mindert. Die neuen Technologien können aber auch zu einer besseren Lebensqualität für Pflegebedürftige führen und gleichzeitig das Pflegepersonal entlasten. Somit stellt das Konzept „Pflege 4.0“ einen interessanten Aspekt für die Zukunft in der Pflege dar.

Vanessa Bilger

Redakteurin bei wohnen-im-alter.de

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