Lohnspiegel: Schlechte Bedingungen für Altenpfleger

Altenpfleger verdienen im Vergleich zu anderen Pflegeberufe am wenigsten

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Düsseldorfer Hans-Böckler-Stiftung befragte 3352 nicht selbstständige Beschäftigte aus sämtlichen Pflegebereichen zu ihrem Berufsleben. Diese Studie im Rahmen des „LohnSpiegel“-Projektes ergab, dass Altenpfleger nicht nur zu den Geringverdienern gehören, sondern zudem auch noch viele weitere Nachteile hinnehmen müssen. Bereits der Vergleich der Bruttomonatsverdienste zeigt deutlich, dass der durchschnittliche Altenpfleger (ohne Weihnachts-, und Urlaubsgeld; bzw. Sonderzahlungen) nur 2360 Euro im Monat verdient. Dagegen liegen nahezu alle anderen Pflegenden mehr oder weniger über diesem Wert. So verdienen, laut WSI, Krankenschwestern/pfleger 2379 Euro, Operationsschwestern/-pfleger sogar 3066 Euro. Nur Altenpflegehelfer verdienen weniger als Altenpfleger. Ihr Gehalt liegt bei 2148 Euro brutto im Monat.

Auch hinsichtlich der Tarifbindung haben Altenpfleger schlechte Karten. Während 60% Prozent aller Pflegenden einen Tarifvertrag besitzen, sind es bei den Altenpflegern nur 39%. (Sogar bei den Alten- und Krankenpflegehelfern sind es rund es 10% mehr.) Dies hat zur Folge, dass Beschäftigte ohne Tarifvertrag 18,5% weniger verdienen als solche mit Tarifbindung. Zudem verschärft die befristete Anstellung die Situation. Jeder vierte Altenpfleger hat keine unbefristete Stelle. Auch in Bezug auf die Überstunden halten die Altenpfleger einen traurigen Rekord: 55% von ihnen machen regelmäßig Überstunden. Im Schnitt sind es in Pflegeberufen sonst nur 52%.

Trotz der harten körperlichen Belastung und der verhältnismäßig schlechten Bezahlung wurde der Beruf des Altenpflegers von den Umfrageteilnehmern mit der Note 2,3 bewertet und liegt damit nur knapp unter dem Durchschnitt.

Alexander Keller

Ehemaliger Chefredakteur vom Wohnen im Alter Magazin.

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1 Antwort

  1. 12. November 2012

    […] Gibt es wirklich einen Trend, dass immer mehr Alte aufgrund von Pflegebedürftigkeit im Ausland gepflegt werden? Wohnen-im-Alter.de ist mit bis zu 14.000 Besuchern täglich das größte Portal zum Thema Pflege in Deutschland. Pflegeheime im Ausland sind seit etwa vier Jahren auf dem Portal vertreten. Auf Wohnen-im-Alter.de verzeichnen deutsche Pflegeheime etwa 800.000 Seitenaufrufe pro Monat, Pflegeheime im Ausland etwa nur 10.000 Seitenaufrufe im Monat. Die Zahl der Seitenaufrufe von Pflegeheimen im Ausland hat sich in den letzten vier Jahren verzehnfacht. Grund dafür ist zum Einen, das gestiegene Angebot an stationären Einrichtungen im Ausland, zum Anderen die Zunahme der Berichterstattung über Pflege im Ausland. Erst im Sommer löste ein WDR-Bericht über „Pflege in Thailand“ eine starke Such-Nachfrage nach solchen Angeboten aus. Auslöser für den aktuellen Medien-Hype sind die erschreckenden Zahlen statistischen Bundesamtes, dass 400.000 Deutsche ihre Pflege nicht bezahlen können. Nachdem Günther Jauch das Thema in seiner Talk-Runde äußerst oberflächlich behandelt hatte (ÄrzteZeitung: Jauch scheut die Tiefen der Pflege), versuchen auch andere Medien mit dem Thema Pflege im Ausland Auflage zu machen. Leider wird dabei nur selten fundiert recherchiert und die Pflege in Deutschland als schlecht, teuer und unmenschlich abgestempelt. Vorurteile mit den Pflege in Deutschland oft zu kämpfen und welche die Pflege nicht verdient hat. Die stigmatisierende Berichterstattung trägt zum schlechten Image der Pflege bei – eine der Ursachen des aktuellen Fachkräftemangels in der Altenpflege. […]

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