Lokales Netzwerk für Demenzerkrankte

013 Netzwerk Demenz LE

Oberbürgermeister Roland Klenk (3.v.l.) begrüßt die Partner des neu gegründeten „Netzwerk Demenz LE“ im Rathaus Leinfelden. Foto: tet

Vor einem Jahr ist Leinfelden-Echterdingen in das Bundesprogramm „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ aufgenommen worden. Gleichzeitig hat sich in der Großen Kreisstadt ein kommunales „Netzwerk Demenz LE“ mit 16 Partnern gegründet.

Sie setzen sich dafür ein, dass Lebensräume demenzgerechter für ein selbständiges, gleichberechtigtes Leben der Betroffenen gestaltet werden. Im Rathaus Leinfelden stellten sich die Partner nun vor. Demenz betrifft bundesweit 1,5 Millionen Menschen, davon 800 in Leinfelden-Echterdingen. Diese Menschen zu begleiten und zu versorgen ist eine wachsende Aufgabe.

Deshalb beteiligt sich die Stadt seit einigen Jahren an der Aktion „Demenzfreundliche Kommune“. Ziel des Bundesprogramms ist der Aufbau kommunaler Netzwerke, die den Austausch zwischen regionalen Akteuren nachhaltig fördern. In Leinfelden-Echterdingen gehören seit einem Jahr 16 Partner diesem Netzwerk an, denn es ist wichtig, Betroffenen direkt vor Ort helfen zu können. Durch die Vernetzung der Akteure werden Strukturen gebündelt.

Rosemarie Amos-Ziegler von der Wohngemeinschaft für Senioren erläutert ihr Engagement im Netzwerk: „Es ist für uns eine Herzensangelegenheit, den Betroffenen Lebensqualität und Ausgeglichenheit zu ermöglichen. Deshalb bringen wir uns mit betreuten Wohngemeinschaften für demenziell Erkrankte in Leinfelden-Echterdingen ein. So können Betroffene in einem häuslichen und familiären Umfeld ambulant versorgt werden, wodurch noch vorhandene Fähigkeiten so lange wie möglich erhalten und gefördert werden.“

Neben Betreuungs- und Pflegediensten engagieren sich örtliche Sportvereine in dem Netzwerk, um den Betroffenen und Angehörigen zu zeigen, dass sie trotz Demenz körperlich aktiv sein können. Mit der Veranstaltungsreihe „Demenz…geht uns alle an“ möchte das Netzwerk aufklären. Von September bis Februar 2016 finden 17 Veranstaltungen statt. Das Programm bietet eine bunte Vielfalt für Demenzkranke, Angehörige und alle Interessierte: so gibt es einen Erste-Hilfe-Kurs, Bewegungsangebote, Vorträge, einen Gottesdienst oder einen Medientisch in der Bücherei.

Wichtig ist den Akteuren, dass die Betroffenen in die Netzwerkarbeit einbezogen sind. Das „Netzwerk Demenz LE“ stellt sich am Mittwoch, 23. September, 18 Uhr im Rahmen der Vernissage zum Malprojekt „Jung und Alt“ (Treff Zehntscheuer, Maiergasse 8, Echterdingen) öffentlich vor. Am Samstag, 12. September, findet von 9 bis 14 Uhr ein Erste Hilfe Kurs der DRK Ortsgruppe Echterdingen (Christophstraße 11) statt.

Mitglied im „Netzwerk Demenz LE“ sind: AWO Seniorenzentrum Sonnenhalde, Betreuungsgruppe Strobel/Pflegedienst Strobel, Diakoniestation auf den Fildern, DRK Ortsverein Echterdingen, Haus Agape Stetten, Häuslicher Betreuungsdienst Demenz, Karin Rausch (Transaktionsanalytikerin und Lehrerein für Pflegeberufe), Krankenpflegeförder- und Betreuungsverein Musberg, Pflegestützpunkt LE, Sozialpsychiatrischer Dienst für alte Menschen (SOFA), SpVgg Stetten, Stadtseniorenrat, TSV Leinfelden, TSV Musberg, VHS LE und Wohngemeinschaft für Senioren.

Leonhard Fromm

Leonhard Fromm, Jg. 1963, ist freier Journalist in Schorndorf. Der katholische Theologe war viele Jahre Wirtschaftsredakteur diverser Tageszeitungen. Seit 2002 ist der zweifache Vater mit einem Pressebüro selbstständig. www.der-medienberater.de

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