Pflege-Fachkräftemängel: Altenpfleger dringend gesucht!

Der Pflege-Fachkräftemangel kommt in den Heimen an: Laut aktuellen Medienberichten fehlen bundesweit Pflegekräfte in Seniorenheimen und Pflegeheimen. Mancherorts ist bereits vom Pflege-Gau die Rede: Viele Heime nehmen keine Pflegefälle mehr auf, da diese aufgrund von Personal-Mangel nicht betreut werden können. Laut Schätzungen des statistischen Bundesamtes werden in 15 Jahren 152.000 Fachkräfte in der Altenpflege fehlen.  Schon heute gibt es laut Schätzungen 50.000 unbesetzte Stellen in der Branche.

Wo liegen die Ursachen für den Fachkräftemängel?
Eine Ursache für den Fachkräftemangel ist der demographische Faktor. Während die Zahl der Pflegebedürftigen ständig steigt, sinkt der Anteil der Erwerbstätigen. Dieser Trend war aber bereits vor Jahren vorauszusehen.  Unabhängig von konjunkturellen Schwankungen steigt der Bedarf nach Pflegekräften. Politik und Pflegebranche haben versagt. Statt Anreize für mehr Beschäftigungen in der Pflege zu setzen, wurde das drohende Problem des Fachkräftemangels jahrelang ignoriert. Statt mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, ist die Anzahl der Ausbildungsplätze in den letzten Jahren laut dem DGB sogar gesunken.  Forderungen wie „Hartz IV-Empfänger in die Pflege“ oder „mehr Zuwanderung“ fügen dem Image des Pflegeberufes zusätzlich Schaden zu. Mancherorts katastrophale Arbeitsbedingungen tun ihr übrigens. Einen Job in der Pflege können sich aufgrund diesen schlechten Images immer weniger vorstellen. Mittlerweile zahlen Pflegeeinrichtungen sogar ein Kopfgeld, um Fachkräfte abzuwerben.

Pflege muss sich wieder lohnen!
Für eine nachhaltige Beschäftigung in der Pflege, bedarf es nicht nur mehr Ausbildungsplätze und besserer Arbeitsbedingungen. Das Ansehen des Pflegeberufes muss sich ändern. Dies geht nur durch umfangreiche Information, einer verbesserten Ausbildung und einem  flächendeckenden Mindestlohn. Doch statt die Pflege-Reform endlich anzupacken, verschiebt die aktuelle Bundesregierung die Reform aus Angst vor sinkenden Umfragewerten zum Sankt Nimmerleinstag.

Initiative Ausbildung in der Pflege
Mit der Initiative Ausbildung in der Pflege möchte Wohnen-im-Alter.de einen Beitrag gegen den Fachkräftmangel leisten. Die Initiative fördert ausbildenden Pflege- und Senioren-Einrichtungen und möchte mit der Kampagne „Warum arbeitest Du in der Pflege“ zu einer Image-Verbesserung des Pflegeberufes beitragen. Im Rahmen der Initiative können Unternehmen Anzeigen für Ausbildungsstellen kostenlos in der spezialisierten Jobbörse veröffentlichen. Ausbildende Unternehmen erhalten zusätzlich geförderte Premium-Einträge und können das Siegel „Faire Pflege-Ausbildung“ beantragen.

Alexander Keller

Ehemaliger Chefredakteur vom Wohnen im Alter Magazin.

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6 Antworten

  1. Bianca Hilgers sagt:

    Ich habe zwei Jahre als Pflegehelferin gearbeitet,dann wurde mir ein freier Platz im selben Heim zur Ausbildung angeboten!
    Den ich natürlich annahm ,da mir klar war das ich von 730 euro nicht leben kann ,ich bin 40 Jahre und wohne alleine und habe natürlich kosten Miete, Strom,Versicherungen usw. war ich auf dem Job center für einen Bildungsgutschein !
    Die haben mir alles erklärt was ich vorab alles brauche. ich hatte 6 Monate noch zeit habe das alles gemacht ,Antrag abgegeben ,Mein Arbeitsvertrag war zu ende Ausbildung direkt begonnen.
    Dann ..Ablehnung …Denn ich war nicht arbeitslos dazwischen ..was mir auch niemand gesagt hat ,erst nachdem ich angefangen habe.Jetzt bekomme ich noch rund 100 dabei zum Lebensunterhalt was aber keine Regelleistung ist da es keine in der Ausbildung gibt.Nur wenn man Arbeitslos war!!
    Werde für Bücher noch für die Fahrtkosten im Theoretischen teil,die Schule ist 25 km entfernt,wird etwas berechnet.Ich Leihe mich seit einem Jahr rum,und sammle schulden da ich nicht parat komme und es gibt nirgends Unterstützung.
    In Deutschland herrscht absoluter Mangel an Fachkräften.Von sonst wo werden sie eingeflogen und Unterstützt. Wieso nicht auch ich das kann es doch nicht sein !!!
    Vieleicht wissen sie ja Rat und Hilfe und dann noch möglichst schnell.
    Mit freundlichen gruß
    Bianca Hilgers

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