Tag des offenen Pflegeheims in Frankfurt

Gastfreundlichkeit mitten im Quartier

Das Frankfurter Forum für Altenpflege (FFA), das Netzwerk der Heimleitenden der Mainmetropole, feiert 2013 sein 20-jähriges Bestehen. Die Einrichtungen laden daher Bürgerinnen und Bürger zum „Tag des offenen Pflegeheims“ ein. Stadtweit machen viele Häuser am 5. September 2013 – vorwiegend zwischen 14.00 und 18.00 Uhr – ihre Türen weit auf. Eine Veranstaltung in der Paulskirche unter Schirmherrschaft von OB Peter Feldmann wird eine Woche zuvor die kommunale Qualitätsentwicklung in der Pflege Frankfurts würdigen. Seit all den Jahren pflegen Stadt und verantwortlich Leitende der Altenpflege einen gemeinwesenorientierten Dialog miteinander.

Was bieten Pflegeheime im Quartier?

Den Besuchern aus den Stadtteilen geben sie aktuelle Informationen und gewähren z. B. Einblicke in historische Zusammenhänge. In zwanzig der 43 Stadtteile Frankfurts befinden sich rund 40 Pflegeheime. Viele liegen mitten im Quartier, sind fußläufig gut zu erreichen und haben eine barrierefreie Architektur. Dies ist für all jene hilfreich, denen etwa das Treppensteigen schwerfällt oder die mit einem Kinderwagen unterwegs sind. Es gibt Häuser, die sich zu Zentren für den sozialen Austausch mit Jüngeren entwickelt und Kindergärten ins Gebäude integriert haben – wie etwa das Bürgermeister-Gräf-Haus in Sachsenhausen. Auch Vereine haben das erkannt und präsentieren z. B. die neusten Kaninchen- sowie Taubenzüchtungen in den Veranstaltungsräumen der Heime wie etwa in der Henry und Emma Budge-Stiftung in Seckbach. Auch Laienorchester üben in einigen Häusern, was etwa der Sonnenhof im Westend bietet. Nahezu alle Heime entwickeln „Kulturpläne“, die die nächsten Lesungen, Kunstausstellungen oder Theaterstücke anzeigen. Somit werden die Häuser mehr und mehr zu einem Mittelpunkt nicht nur für Hilfe und Pflege, sondern für Kultur und den nachbarschaftlichen Austausch. Sie werden künftig noch mehr die ambulante Betreuung unterstützen, indem sie kurzfristig pflegenden Angehörigen auch niederschwellige Angebote und Beratung ermöglichen.

Was ist das Quartierskonzept?

Das Quartierkonzept hat zum Ziel Wohn- und Versorgungsangebote in Stadtteilen und Wohnquartieren besser zu verknüpfen. Im Mittelpunkt des Quartierkonzeptes, steht das Zusammenleben von Jung und Alt. Die Senioren soll im Quartier – ein kleines Stadtgebiet, Dorf oder überschaubares Gebiet – in ihrer gewohnten Umgebung gefördert und auch mit zunehmender Hilfsbedürftigkeit betreut werden.
Das Konzept basiert auf drei Grundpfeilern. Estens müssen für Seniorenwohnungen, Gemeinschafts- und Pflegeangebote und Hilfe geschaffen werden. Zweitens müssen auch statioäre Pflegeangebote oder Betreute Wohnangebote. vorhanden sein. Als dritter Pfeiler steht die Stärkungder sozialen Verbindungen zwischen den Generationen.

FFA-Netzwerk – erfolgreicher Dialog zwischen Kommune und Pflegebasis

Es entstand 1994 die Idee, für das FFA eine Pressestelle einzurichten und dafür ein umfassendes PR-Konzept vorzulegen. Diesem wurde von Heimleitenden, Stadt, Trägern und Ämtern zugestimmt. Dank der dann eingerichteten Presse- und Kommunikationsstelle wurden alle fördernden Institutionen der Imagekampagne so eingebunden, dass sie regelmäßig informiert werden konnten. Das hatte besondere Wirkungen, nachdem 1995 die Pflegeversicherung in Kraft trat. Was sich damals – vor der digitalen Informationsrevolution – schon als hochwirksam herausstellte, das war die paritätische Vernetzung möglichst aller Institutionen der Altenpflege und der interessierten Bürgerschaft auf kommunaler Ebene. Sie alle tragen Verantwortung für eine gemeinwesenorientierte Versorgung jener Menschen, die sich nicht mehr von sich aus versorgen können.
Den Kern des FFA bilden heute 40 Leitende aus 42 Heimen, die trägerübergreifend zusammenarbeiten. Auch das ist einmalig hierzulande. Sie erreichten gemeinsam schon Enormes. Präzise äußerten sie sich öffentlich Ende der 90er Jahre für eine bessere Betreuung von desorientierten Menschen in den Einrichtungen. Denn diese waren eigentlich durch das Netz der Pflegeversicherung gefallen. Die Stadtverordentenversammlung hörte darauf und beschloss das Frankfurter Programm Würde im Alter im Jahre 2000. Dank des Programms wird seit 13 Jahren die kommunale Pflegequalität für Menschen mit Demenz beständig verbessert und weiterentwickelt. Eine weise Voraussicht der Stadt Frankfurt, denn, wie Fachleute sagen, werde es so rasch keine Heilung bringenden Medikamente gegen Demenz geben.

Quelle: Pressemitteilung des FFA

Alexander Keller

Ehemaliger Chefredakteur vom Wohnen im Alter Magazin.

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