„Wir sind nicht einfach nur Altenpfleger / Arschabwischer“

Über die fehlende Anerkennung der Altenpflege:

Dieses Titelbild und der folgende Text wurden uns über eine unserer Facebook-Gruppen zugesandt. Nachdem wir diese veröffentlicht hatten, brach ein „Lovestorm“ los. In kürzester Zeit teilten tausende Pflegekräfte diesen Beitrag und Hunderte kommentierten diesen positiv. Diese Reaktion zeigt, wie wenig sich  Pflegekräfte wertgeschätzt fühlen, trotz  der ganzen Image-Kampagnen (z.B. ich pflege weil) und Beteuerungen der Politik. Aktuelle Zahlen sind allarmierend. In den nächsten 15 Jahren fehlen aufgrund des demographischen Wandels voraussichtlich 200.000 Pflegekräfte. Die Bedeutung von sozialen Berufen wächst stetig, dennoch scheint die Anerkennung dieser Berufe kontinuierlich zu sinken. Schlechte Bezahlung und überbordende Bürokratie machen den Altenpfelgeberuf zunehmend unattraktiv. Wenn über Pfleger in den Medien berichtet wird, dann meist mit negativen Schlagzeilen, wie über traurige Einzelfälle von Gewalt oder dass Pflege zu teuer wird und doch bitte Arbeitslose diese Aufgabe übernehmen sollen.

„Wir sind nicht einfach nur Altenpfleger/Arschabwischer“

Bitte lesen Sie die folgenden Zeilen durch und auch wenn Sie kein Angehöriger eines Pflegebedürftigen sind und einen Altenpfleger kennen, bedanken Sie sich bitte regelmäßig aus ganzem Herzen, was dieser für unsere Gesellschaft leistet:

„Wir sind nicht einfach nur Altenpfleger/Arschabwischer

Wir sind da zum Waschen,
Wir sind da zum Essen Anreichen,
Wir sind Seelenklempner,
Wir sind zum Lachen da&bleiben zum Weinen,
Wir sind Tagesbegleiter,
Wir sind Streitschlichter,
Wir sind Sterbebegleiter,
Wir pflegen Kranke gesund,
Wir sind zum Beschäftigen da,
Wir sind ein Stück Familie,
Wir sind Organisationstalente,
Wir trösten Trauernde,
Wir sind Vermittler zwischen Ärzten, Angehörigen&Therapeuten,
Wir sind Köche,
Wir sind Brillen-&Gebissfinder,
Wir sind Putzfrauen,
Wir sind da für Umarmungen,
Wir sind Schlüsseldienste,
Wir sind Kellner,
Wir führen Auseinandersetzungen,
Wir sind Motivationskünstler,
Wie sind Vorleser,
Wir sind Wegbegleiter,
Wir sind Sänger&Spielkameraden,
Wir sind da in guten&schlechten Tagen

Wir sind ziemlich klasse!“

 

Quelle Bild: Yasmina Roxanna Ludwig

Alexander Keller

Ehemaliger Chefredakteur vom Wohnen im Alter Magazin.

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4 Antworten

  1. Corazon Gruenthaler sagt:

    Es tat so gut mal was schönes zu lesen über uns Pflegerinnen und Pfleger. Ich liebe meine Arbeit. Ich wünsche noch paar Jahre pflegen zu können.

  2. Döhrmann sagt:

    Ich liebe mein job und arbeite gerne in der altenpflege annerkenung sollte man nicht erwarten es reicht wenn ihr euch Zeit nehmt und einmal in die Augen eure Patienten schaut und da das Vertrauen und Zuneigung sehn könnt.

  3. Frau Garcia sagt:

    Guten Tag Ich bin Podologen von Beruf bei älteren Menschen mit Diabetes würde Ich mag soziale Arbeit mit Ihnen zu tun Pediküre

  4. Jochen Gust sagt:

    Zitat: „Diese Reaktion zeigt, wie wenig sich Pflegekräfte wertgeschätzt fühlen“ – das Gefühl stimmt aber offenbar nicht mit dem Gefühl der „restlichen Bevölkerung“ überein. Pflegekräfte die glauben, dass die Pflegeberufe ein schlechtes Image haben sind schlecht informiert, oder haben persönliche Gründe für ihre negative Selbstsicht. Einfach mal schauen: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/berufsprestige-und-der-sieger-ist-die-feuerwehr-a-793057.html . Wer sich selbst gerne klein halten möchte oder einfach nur gerne jammert oder Dank abfordert, ist vielleicht im falschen Beruf.

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