Altersheim? Senioren wünschen sich lieber Pflege daheim

Haben Alten- und Pflegeheime bald ausgedient?

Nur knapp ein Drittel (32 Prozent) der heute 65- bis 85-Jährigen kann sich vorstellen, bei Pflegebedürftigkeit in ein Pflegeheim zu ziehen, so die Generali Altersstudie 2013. Nur wenige Senioren möchten ihr Zuhause selbst bei Pflegebedürftigkeit verlassen. Etwa 60% der von Generali befragten Senioren gab an, dass sie sich mithilfe eines Pflegedienstes ihre Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden erhalten möchten. Ambulante Betreuung und Pflege, sowie Putz- und Einkaufshilfe ermöglichen auch im trauten Heim einen angenehmen Alltag.

Pflegebedürftig sein und dennoch selbstbestimmt leben

Alternative Wohnformen, wie etwa ein Mehrgenerationenhaus oder eine Senioren-WG seien für knapp 19% der Befragten eine Option. Allerdings sollten diese lebhaft und nachbarschaftlich aufgebaut sein, über Pflegeangebote verfügen und vor allem ein altersgerechtes Wohnen ermöglichen. Denn 65% hielten ihr eigenes Haus nicht für barrierefrei oder gar behindertengerecht: die Gefahrenzone Badezimmer, Treppen oder die fehlende Möglichkeit, im Notfall schnell Hilfe via Alarmknopf, zu holen, erschweren das Leben im Eigenheim. Ein altersgerechter Umbau und die Betreuung durch einen Pflegedienst können hier einen Lebensabend zu Hause bequem ermöglichen.

Aktives Mitbestimmen statt passiver Fürsorge

Wie selbstständiges und altersgerechtes Wohnen aussehen kann, dass zeigt eine Seniorengruppe der Stadt Willich am Niederrhein. Seit 2006 engagiert sich hier eine Gruppe von Senioren für ihre Vorstellung vom Wohnen im Alter. Ihr Verein Plan A entwickelte einen Wohnkomplex mit 18 barrierefreien Wohnungen, der auf gemeinschaftliches Wohnen, gegenseitige Unterstützung und ein nachbarschaftliches Netzwerk setzt. Der neue, zentral gelegene Komplex wird seit April 2013 bewohnt und bietet unterschiedlich große Wohnungen, die sowohl mit öffentlichen Mitteln gefördert als auch frei finanziert wurden. Das zeigt, dass altersgerechtes Wohnen entsprechend dem wirklichen Bedarf der Senioren möglich ist, wenn engagierte Bürger, die öffentliche Hand und die Wohnungswirtschaft zusammenspielen.

Gastautor

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1 Antwort

  1. Nora sagt:

    Mein Veter gehört bestimm zu diese 32 Prozent Er wohnt leider 300 km weg von uns und meine Mutter ist vor 2 Jahren verstorben, somit lebt er alleine. Er sagt zwar er braucht nicht in „so ein Heim“ und kommt alleine zurecht, will aber auch nicht zu uns einzuziehen. Wir haben für ihme ein toll alternative gefunden, die Seniorenresidenzen Augustinum

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