Pflegenotstand in Deutschland: Pflegeformen und alternative Angebote

Dauerzustand Pflegereform?

Nahezu aussichtslos scheint der Weg, der Deutschlands zukünftigen Alten- und Krankenpflegeempfängern in nächster Zeit bevorsteht. Obwohl seit langer Zeit endlich wieder ein leichter Zuwachs an Pflegepersonal und Auszubildenden zu vermerken ist, kann dieser nicht mit dem zeitgleichen Anstieg der Pflegebedürftigen mithalten. Um dem so schon seit länger wachsendem Unmut der Betroffenen entgegenzuwirken, versucht die Regierung zum erneuten Male den Zustand mittels einer Pflegereform zu beruhigen. Ob eine solche Reform allerdings zu gewolltem Erfolg führen wird, ist bisher noch nicht absehbar. Denn während man so versucht, zusätzliches Pflegepersonal anzuwerben, altern die Menschen um dieses geschaffene Gerüst von Reformen, in der Hoffnung es möge möglichst jeden von ihnen tragen. Doch solch optimistische Gedanken wirken oft schon nahezu utopisch.

Alternative Angebote gefragt

Nicht wenige der deutschen Pflegebedürftigen suchen daher auch bereits im internationalen Raum nach qualifiziertem und preislich günstigerem Pflegepersonal. Eine alternative Variante, die aufgrund oft positiver Bewertungen immer mehr Anklang findet. Der weiterhin anhaltende Pflegenotstand sorgt bei Pflegeempfängern für ein wachsendes Interesse an alternativen Pflegeformen. Stationäre Pflege in Einrichtungen wie beispielsweise Altersheimen ist mittlerweile für viele der älteren Generation weder vorstell- noch bezahlbar. Doch auch ambulante Pflege, bei der Pflegebedürftige unter Aufsicht und Betreuung weiter zuhause wohnen können, ist mithilfe der aktuellen Pflegevergütung meist nur dank eigener finanzieller Investitionen zu bezahlen.

Wohngemeinschaften

Eine daher oft genutzte weitere Option ist das Zusammenleben in Wohngemeinschaften. Hier reicht es meist schon, wenn die zugehörigen Hilfskräfte nur in geregelten Abständen zur Kontrolle vorbeikommen anstatt gleich fester Bestandteil der Wohngemeinschaft zu werden. Sollte solch ein Szenario erwünscht, wenn nicht sogar von Nöten sein, ist dies natürlich ebenfalls eine effektive Option.

Mehrgenerationenhäuser

Eine weitere Pflegeform, die über die letzten Jahre immer mehr an Popularität dazugewinnen konnte, sind Mehrgenerationenhäuser, wo – wie der Name bereits sagt –  oft mehrere Generationen unter einem Dach wohnen.  Für ältere Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, ist dies meist eine  gemütliche Variante.  Durch das Zusammenleben der einzelnen Generationen, bezahlen die Senioren nur einen Teil dessen, den sie beispielsweise für eine andere Wohnmöglichkeit mitsamt der einschließenden Betreuung und Pflege bezahlen würden.

Teilstationäre Pflege

Alternativ zu diesen Methoden der heimischen Betreuung, haben Pflegeempfänger die Möglichkeit, auch auf stationäre sowie teilstationäre Pflege zuzugreifen. Anders als bei den vorigen Wohnarten, ist dies hauptsächlich für die Bedürftigen gedacht, die nicht mehr in der Lage sind, im eigenen Heim für sich selbst zu sorgen. In diesen Fällen müssen die Pflegebedürftigen zu einem Hausarzt, in eine Klinik oder auf andere medizinische Hilfe zurückgreifen.  Der Unterschied zwischen stationärer und teil-stationärer Pflege liegt in der Dauer, die der Betroffene bei seiner Hilfestelle verweilen muss. Sind die zu Pflegenden in der Lage schon nach weniger als 24 Stunden erneut nach Hause zu steuern, wird hier von teilstationärer Pflege gesprochen. Alles über diesen Zeitrahmen hinweg, wird bereits als stationäre Pflege gewertet.

Häusliche Betreuungskräfte

Aufgrund des Pflegenotstandes und der dadurch weiterhin steigenden Preise, gewinnen zwei alternative Formen der Seniorenpflege mittlerweile kontinuierlich an Popularität. Es handelt sich hierbei um ambulante Betreuung durch Fachkräfte aus dem Ausland sowie Pflegeprogramme direkt dort vor Ort. Diese beiden Optionen sind in vielen Fällen kostengünstiger und bieten qualifizierte ausländische Fachkräfte. Online-Plattformen, wie SunaCare,  bieten hier einen einfachen Weg, mit Pflegepersonal aus dem Ausland, speziell mit Pflegekräften aus Polen, in Kontakt zu treten und diese bei Interesse auch gleich zu verpflichten. Die Einstellung von Pflegekräften auf diesem Weg wird mittlerweile ebenfalls immer gängiger. Andere hingegen machen sich sofort auf den Weg ins Ausland. Vor allem Spanien scheint hier eines der beliebtesten Ziele der älteren Generation zu sein.

Ausblick

Letztendlich muss ein jeder in dieser Position selbst entscheiden, welche Form der Pflege er im Ernstfall wählen möchte.  Die Frage bleibt jedoch, wie weitgehend sich die Formen der Pflege über die kommenden Jahre verändern werden. Deutschland befindet sich nach wie vor in einem Notstand, der sehr wahrscheinlich auch nicht einfach durch eine Reform  aufzuhalten ist. Eine zukünftig steigende Einbindung internationaler Fachkräfte scheint daher unabdingbar um sich der hohen Nachfrage nach Pflegepersonal zu stellen.

Maik Dietrich

Maik Dietrich ist Geschäftsführer der Sunacare GmbH. Diese vermittelt Pflegekräfte und Haushaltshilfen zu Menschen und ihren Familien, die Hilfe im Alltag benötigen.

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