Kreis Esslingen richtet Pflegemesse aus

31 Aussteller aus der Pflegebranche präsentieren sich und ihre Berufsbilder am Samstag, 7. März, in der Filderhalle in Leinfelden. Nach der Premiere 2013 in Nürtingen ist dies die zweite Gemeinschaftsaktion der Pflegebranche im Kreis Esslingen, um Personal zu gewinnen. Die Berufsaussichten in den kreisweit 66 Pflegeheimen mit 4100 Betten und 240 Tagespflegeplätzen

Engagieren sich für die Pflegemesse am 7. März in Leinfelden: Klaus Vaas (v.l.), Isabell Flaig, Katharina Kiewel und Roland Klenk. FOTO: FROMM

Engagieren sich für die Pflegemesse am 7. März in Leinfelden: Klaus Vaas (v.l.), Isabell Flaig, Katharina Kiewel und Roland Klenk. FOTO: FROMM

sowie den 50 ambulanten Pflegediensten sind auch für Hauptschüler hervorragend.

Nach der Ausbildung zur Altenpflegerin können sich Interessenten zur Wohnbereichs- und im nächsten Schritt zur Pflegedienstleiterin weiterqualifizieren. Klaus Vaas ist diesen Weg gegangen. Heute ist der gelernte Altenpfleger Direktor des Kursana-Domizils in Leinfelden-Echterdingen und trägt Verantwortung für mehr als 100 Mitarbeiter. „Ich sitze bald mehr im Büro und am PC als viele Bürokaufleute“, versucht der Pflegemanager den verengten Blick vieler Berufseinsteiger zu weiten. Ob Altenpfleger oder Mechatroniker, beide müssten viel organisieren, strukturieren und dokumentieren.

„Der Mechatroniker muss den sozialen Umgang lernen, unsere Leute das Managen“, begründet Vaas, weshalb sich Inhalte und Anforderungen in vielen Berufen immer mehr annäherten. Mit Isabell Flaig, die in Kirchheim und Nürtingen Pflegeeinrichtungen betreibt, warb er gestern bei einer Pressekonferenz im Leinfeldener Rathaus für die Rekruitingmesse, die am 7. März von 10 bis 14 Uhr in der Filderhalle stattfindet. Landesweit ist den Akteuren keine weitere solche Initiative bekannt.

Unternehmerin Flaig: „Unsere Mitarbeiter arbeiten Schicht, wochenends und feiertags und manchmal wird es auch unappetitlich im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen. Aber jeder, der sich bei uns bewirbt, sagt, er mag den Umgang mit Menschen.“ Reizvoll für die Azubis sei, Verantwortung für die anvertrauten Senioren zu übernehmen. „Deshalb kann ich aber nur Leute einstellen, die die Verantwortung für ihr eigenes Leben auf die Reihe bekommen“, so Flaig. Gute Bewerber würden immer genommen, sagen die Heimbetreiber unisono zur Zahl der Ausbildungsplätze.

Tatsächlich lernen derzeit gut 350 Auszubildende pro Jahr kreisweit in den 66 Pflegeheimen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der Tatsache, dass die Quote der in Heimen Gepflegten von derzeit 30 Prozent weiter steigt, werde der Bedarf an Nachwuchskräften größer, sagt Katharina Kiewel, Sozialdezernentin im Esslinger Landratsamt. Die Messe sei eine gute Gelegenheit, breite Bevölkerungskreise für das Thema zu sensibilisieren. Schon der Branchentreff in Nürtingen, die 2013 knapp 800 Besucher hatte, habe gezeigt, dass viele Bürger die Gelegenheit nutzen, den lokalen Anbietermarkt zu sichten.

OB Roland Klenk, der die Halle kostenlos zur Verfügung stellt, zeigte sich erfreut, Gastgeber sein zu dürfen. Die Messe spricht über Flyer und Plakate auch Migranten und Wiedereinsteiger in den Beruf an. Weil auch Fachschulen und Bundesagentur für Arbeit dabei sind, können Bewerber vor Ort sofort strittige Fragen wie Zugangsberechtigung, Teilzeitausbildung, Förderung oder Anerkennung anderer Qualifikationen klären. 2013 sind junge Leute konkret mit Bewerbungen auf einzelne Ausbilder zugegangen, schildern Aussteller. Vor allem seien viele Praktika vermittelt worden, um den Pflegealltag hautnah kennenzulernen.

Das Engagement vieler junger Leute an ihrem schulfreien Samstag die Messe zu besuchen, sei enorm gewesen. Auch dieses Jahr finden im Rahmenprogramm fünf Vorträge und Interviews statt, in denen viele wichtige Fragen zu Branche, Beruf und Bewerbung beantwortet werden und Zuhörer ihre Fragen stellen können. Bei vielen Ausstellern betreuen Azubis den Stand, so dass junge Leute ungefiltert Auskunft erhalten.

Silke Blumenröder

Silke Blumenröder ist freie Journalistin in Frankfurt.

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