Halbzeit im Programm „Konzentrierte Aktion Pflege“

Konzertierte Aktion Pflege - Was beim Pflegenotstand helfen soll (Bild: Hand in Hand, pixabay.com)
Konzertierte Aktion Pflege - Was beim Pflegenotstand helfen soll (Bild: Hand in Hand, pixabay.com)

Der Pflegenotstand ist in Deutschland längst zu einem realen Problem geworden. Geschulte Pflegekräfte fehlen an allen Ecken und Enden. Um die Versorgung der älteren Generationen dennoch auch in Zukunft zu sichern, hat die Politik dem Pflegenotstand mit dem Programm „Konzentrierte Aktion Pflege“ im letzten Jahr den Kampf angesagt.

Das Problem Pflegenotstand

In Zeiten des demographischen Wandels werden Pflegeberufe wichtiger denn je. Allein in Deutschland sind aktuell 3,3 Millionen Menschen pflegebedürftig. In den nächsten Jahren wird diese Zahl noch deutlich ansteigen. Schätzungen zufolge werden bis 2030 etwa 4 Millionen Menschen pflegebedürftig sein, 2050 sind es sogar weit über 5 Millionen.

Das Problem: Es mangelt an ausgebildeten Pflegern und Pflegerinnen. Derzeit sind etwa 2 Millionen Fachkräfte in der Pflege tätig. Bei weitem nicht genug, um eine ausreichende Versorgung aller Pflegebedürftigen zu sichern. Das zeigt auch die hohe Anzahl unbesetzter Stellen. Etwa 38.000 Arbeitsplätze sind unbesetzt.

Um diesem Problem entgegenzutreten, haben sich die Regierungsparteien auf ein Programm geeinigt, das den Pflegenotstand beseitigen soll. Unter dem Namen „Konzentrierte Aktion Pflege“ entwickeln insgesamt 5 Arbeitsgruppen bestehend aus Mitgliedern aus drei Ministerien sowie Vertretern aus verschiedenen Bereichen Maßnahmen zur Sicherung der Pflege. Insgesamt ein Jahr haben sich die Koalition für dieses Projekt Zeit genommen, vor kurzem war Halbzeit. Bereits über 100 einzelne Maßnahmen wurden in den vergangenen Monaten entwickelt.

Maßnahmen der Regierung

Zur Beseitigung des Pflegenotstandes hat die Bundesregierung in Kooperation mit Vertretern verschiedener Gewerkschaften und Verbänden sowie Vertretern von Krankenkassen und aus der Pflegebranche eine Vielzahl von Maßnahmen entwickelt.

  1. Bewilligung neuer Stellen: Im ersten Schritt wurde die Bewilligung einer großen Zahl neuer Stellen in der Pflegebranche beschlossen. Diese sollen durch die Krankenkassen finanziert werden.
  2. Nachwuchsförderung: Auch 13.000 neue Stellen helfen nicht bei der Beseitigung des Pflegenotstandes, wenn es keinen Nachwuchs gibt, der die Stellen füllen könnte. Daher soll die Zahl der Ausbildungsstätten erhöht werden. Damit soll sich auch die Zahl der Auszubildenden um mindestens 10 Prozent erhöhen. Außerdem sollen Weiterbildungsmaßnahmen ermöglicht werden. Mit 5.000 Weiterbildungsplätzen sollen dann Pflegehelfer zu vollwertig ausgebildeten Pflegefachkräften werden.
  3. Vereinheitlichung der Pflegeausbildung: Darüber hinaus plant die Regierung die Vereinheitlichung der Ausbildungen im Pflegebereich. Darüber hinaus soll bundesweit das Schulgeld abgeschafft und jedem Auszubildenden eine Vergütung zugesichert werden.
  4. Gehälter: Betrachtet man die Gehälter in der Pflegebranche, wird deutlich, dass die Vergütung in Pflegeberufen in Deutschland sehr variabel ausfällt. Da hierzulande allerdings eine Tarifautonomie herrscht, kann der Staat nicht in die Gestaltung der Gehälter eingreifen. Während eine Vielzahl von Pflegekräften also ausgehend von verschiedenen Tarifen entlohnt werden, fallen etwa ein Viertel der Pflegekräfte in keinen Tarif und verdienen oft weit unter tariflichem Niveau. Da attraktive Gehälter und verbesserte Arbeitsbedingungen dem Pflegenotstand wohl am effektivsten entgegenwirken können, muss auch hier etwas geschehen. Daher haben sich die Verantwortlichen zum Ziel gesetzt, einen gemeinsamen Tarifvertrag zu realisieren, an den sich alle Arbeitgeber halten müssen.

Angesichts der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen muss der derzeit vorherrschende Pflegenotstand beseitigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Regierung Arbeitsbedingungen und Gehälter verbessern sowie gezielt in die Nachwuchsförderung investieren. Das Programm „Konzentrierte Pflege“ wird im Juli 2019 auslaufen.

 

Quelle: ZDF

Isabel Aigner

Leitung Online Marketing und Pressearbeit

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