Internationaler Tag der älteren Menschen: Erster Weltalten-Index von BAGSO und UNFPA

Heute dem Internationalen Tag der älteren Menschen, veröffentlicht HelpAge, als Entwicklungsorganisation weltweit tätig, den ersten Weltalten-Index. Die Gruppe der älteren Menschen wächst weltweit schneller als die jeder anderen Altersgruppe. Wie sich die Regierungen darauf einstellen und wie sich die Lage älterer
Menschen entwickelt, zeigt der erste Weltalten-Index, der heute zum Weltaltentag von der internationalen Entwicklungsorganisation HelpAge veröffentlicht wird. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) unterstützt die Bestrebungen für eine verbesserte Datensammlung zur Situation älterer Menschen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Datenrevolution notwendig

„Der neue Weltalten-Index erfüllt den Aufruf des UN-Generalsekretärs zu einer Datenrevolution, um den Blick der internationalen Politik stärker auf die
Bevölkerungsgruppen zu lenken, die bis heute bei den Entwicklungsanstrengungen übersehen werden“, so Prof. Lutz Leisering, Experte für internationale Sozialsysteme an der Universität Bielefeld und Mitglied von HelpAge Deutschland. „Der neue Index wird die Debatte um eine nachhaltige Entwicklung bereichern. Er macht deutlich, wo sozial und seniorenpolitische Herausforderungen liegen und stellt eine Messlatte für alle Regierungen dar.“

Deutschland auf Platz drei vom Weltalten-Index

Schweden führt den Index vor Norwegen an. Deutschland belegt unter 91 Ländern den 3. Platz. Beim Thema „Einkommenssicherheit“ steht Deutschland auf Position 9. Die Staaten, die für den Index untersucht wurden, repräsentieren 89% der weltweiten Altenbevölkerung. In jeder Sekunde vollenden zwei Menschen weltweit ihr 60. Lebensjahr. 2050 wird es erstmals in der Geschichte mehr Menschen über 60 Jahre als Kinder unter 15 Jahren geben. 2050 wird in 60 Ländern der Anteil älterer Menschen bei mehr als 30% liegen.

Die wichtigsten Ergebnisse des Weltalten-Indexes:

  • Nord- und Westeuropa schneiden am besten ab – besonders wegen ihrer langen Geschichte sozialpolitischer Maßnahmen.
  •  Osteuropäische Länder wie Russland und die Ukraine, die einen Anstieg ihrer Altenbevölkerung bis 2050 auf 30% erleben werden, befinden sich in der unteren
    Hälfte.
  • Die am schnellsten alternden G20-Ökonomien wie Indien, Indonesien, Mexiko, Russland und die Türkei zeigen schlechte Werte und befinden sich in der unteren
    Hälfte.
  • Das schnelle wirtschaftliche Wachstum in den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), die 40% der Weltaltenbevölkerung repräsentieren, hat nur in China und Brasilien zu einer verbesserten Lage älterer Menschen geführt.
  • Die am schnellsten alternden Länder Jordanien, Laos, Mongolei, Nikaragua und Vietnam, deren Altenbevölkerung sich bis 2050 verdreifachen wird, erreichen
    schlechte Ergebnisse.
  • Lateinamerika, dessen Altenbevölkerung sich bis 2050 verdoppeln wird, schneidet gut ab, mit Chile als Spitzenreiter auf dem 19. Platz.
  • Afrika, wo 2050 13-mal mehr alte Menschen wohnen werden als gegenwärtig, zeigt einen Verfall traditioneller sozialer Sicherungssysteme. In Südafrika wurde z.B. nach dem Fall der Apartheid geriatrisches Krankenpflegepersonal in die Kindermedizin umgesetzt. Für vier Millionen ältere Menschen hat das Land nur acht
    Geriatriemediziner.

Mehr Informationen unter www.helpage.de

Alexander Keller

Ehemaliger Chefredakteur vom Wohnen im Alter Magazin.

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