Was macht eigentlich ein Demenz Coach?

Was macht ein Demenz-Coach?

Ein Demenzcoach ist nicht nur ein Experte für den Umgang mit Demenz, sondern vor allem ein Wegweiser für die Bedürfnisse und Selbstfürsorge von pflegenden Angehörigen. Durch die Unterstützung des Demenzcoachs erhält der pflegende Angehörige nicht nur Wissen über das Krankheitsbild, sondern lernt auch die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zu erkennen. Durch ein besseres Verständnis kann die Brücke zur gemeinsamen Kommunikation verbessert und im Ganzen der Umgang im Alltag erleichtert werden.

1.Selbstfürsorge als oberste Priorität

Als Coach lege ich den Fokus darauf, dass du auf dich selbst achtest. Eine gesunde Selbstfürsorge ist die Basis und ein wertvoller Anker, um die Herausforderungen des Pflegealltags deines Angehörigen besser zu bewältigen. Zeit für dich zu haben, ist dabei so wichtig und in keiner Weise egoistisch. Nur so kann die Balance deiner körperlichen und mentalen Gesundheit aufrecht erhalten bleiben.

2. Achtsamkeit im Pflegealltag

Als Demenzcoach vermittle ich dir nicht nur das Anwenden von Techniken, um demenzbedingte Herausforderungen zu meistern, sondern auch, wie du achtsam mit deinen eigenen Kräften umgehst. So bewahrst du innere Ruhe und kommst ausgeglichen durch den hektischen Pflegealltag.

3. Emotionale Stütze für deine Gefühle

Pflege geht oft mit starken Emotionen einher. Als Demenzcoach bin ich da, um mit dir gemeinsam diese Gefühle zu durchleben und Wege zu finden, wie du dich emotional stärken kannst.

4.Praktische Tipps für den Pflegealltag

Erhalte konkrete Ratschläge, wie du den Pflegealltag organisierst, Pausen einplanst und Unterstützung von außen annimmst, um deine eigene Gesundheit nicht aus den Augen zu verlieren.

5. Coach To Go – die mobile Sprechstunde

Als Demenz Coach biete ich eine mobile Sprechstunde an, indem sich pflegende Angehörige in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre frei von der Seele weg reden können, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Benötigst du als pflegender Angehörige akute Unterstützung aufgrund von Herausforderungen im Alltag, so werden dir passende Lösungswege aufgezeigt.

6. Umgang mit Schuldgefühlen und Frustration

Einen Menschen zu Hause zu versorgen erfordert nicht nur körperlichen, sondern auch emotionalen Einsatz. Als Demenzcoach zeige ich dir auf, wie du den Blick auf das Wesentliche nicht aus den Augen verlierst und wie du mit Schuldgefühlen und Frustration umgehen kannst. Gemeinsam erarbeiten wir eine umzusetzende Strategie, um gestärkt durch schwierige Phasen zu gehen.

7. Förderung von Lebensqualität auf beiden Seiten

Hierzu gehört, als pflegender Angehöriger zu erkennen, dass du dich nicht nur um andere kümmern kannst, sondern auch dich selbst pflegen muss, um deine Lebensqualität zu bewahren, um gesund und bleiben. Dein Motto könnte lauten: „Wenn es mir gut geht, haben wir beide etwas davon.“

Gerade weil die Fürsorge und Überforderung bei einem pflegenden Angehörigen so nah beieinander liegen ist es mir als Demenzcoach so wichtig, meinen Fokus auf den zu pflegenden Angehörigen zu legen. Denn alles, was ihn stärkt, überträgt sich auf die Pflege und Betreuung des Demenzerkrankten.

In nächsten Artikel berichte ich über den Nutzen eines Demenzcoachs für Unternehmen.

Katrin Beckmann

Ganzheitlicher Demenz- und Präventionscoach, Trainer für Gesundheits- und Stressmanagement sowie Burnout-Berater.

2 Antworten

  1. Horst Johann Wesnigk sagt:

    Als ehemaliger Pflegender Angehöriger, habe ich festgestellt, das alle mir Bekannten, Freunde und ehemalige Kollegen die demenziell erkrankte Frauen haben, total überfordert sind und sich schämen, bzw. niemanden mit Ihren Problemen belasten wollen, obwöhl Sie dringend Hilfe benötigen. Erst heute Morgen beim Frühstück mit 7 ehemaligen Kollegen (immer Dienstags) konnte sich ein direkt Betroffener sich nicht überwinden, uns, mir sein Broblem zu gestehen. Das seine Frau Pflegegrad II hat und demenziell erkrankt ist hat Er gesagt, mehr ging nicht. Wie kann Ihm geholfen werden ?

    • Lieber Johan, schön von Ihnen zu lesen. Es freut mich sehr , dass Sie sich Gedanken machen, wie sie ihrem ehemaligen Kollegen helfen können sich mehr zu öffnen. Ich weiß nicht, wie lange ihr Bekannter bereits in dieser für ihn schwierige und sehr belasteten Situation ist. Es fällt vielen pflegenden Angehörigen schwer, offen über ihre Gefühle zu sprechen. Zum einen wollen sie ihr Gesicht nach Außen bewahren und zugleich keinem mit ihren Sorgen belasten. Natürlich wäre es entlastend darüber zu reden, doch es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden. Vielleicht können Sie ihn ja mal ein paar Zeilen schreiben und ihm anbieten für Ihn da zu sein und Ihre Hilfe anbieten. Zum Beispiel bei Besorgungen zu helfen, oder einmal in der Woche sich mit Ihm zu treffen und einen Spaziergang zu machen. Normalität leben zu können ist eine wahre Entlastung. Die Demenz Erkrankung fordert viel ab und pflegende Angehörige ziehen sich oft immer mehr zurück. Bieten Sie ihn an für ihn da zu sein, ohne die Erwartung sich öffnen zu müssen. Das wird dann ganz bestimmt von der Person selber kommen, so wie er es kann und möchte.

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