Seniorenresidenzen in Thailand – ein Paradies für Senioren?

Gastautor

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5 Antworten

  1. Ruth Knittel sagt:

    Wie sie richtig erwähnen, eignen sich Altenheime im Ausland vorwiegend für jene, die bereits im jeweiligen Land längere Zeit waren und somit dort heimisch sind oder werden könnten. Nur der Kosten wegen eher nicht. Danke für die Überschrift und den konstruktiven Blogbeitrag zum Thema.

    Gerade Demente brauchen ihre vertraute Umgebung und je nach dem in welche Zeit sie zurückgegangen sind, somit auch ein auffangen in diesen Zeitabschnitt. Das Seniorenheim De Hogeweyk in Holland, geht sogar soweit, verschiedene Wohnmöglichkeiten anzubieten, damit entsprechend der früher gewohnten Wohnsituation passendes angeboten werden kann. In Nürnberg werden verstärkt türkische Pflegepersonen für zunehmend türkische Demenzpatienten ausgebildet. Gerade hier ist es notwendig darauf einzugehen, weil so mancher Türke/in in eine Zeit zurückfällt in der man noch nicht Deutsch sprach und damit die später erworbene Sprache vergessen wurde. Um hier psychische Ängste und Befindlichkeiten gar nicht erst entstehen zu lassen, fängt man das mit Pflegern, die in der Landessprache kommunizieren können auf. Selbst die werden also nicht einfach in die „Heimat“ verschickt. Also widerspricht dies dem Ansinnen von vielen, die Oma und Opa „exportieren“ vermeintlich, weil man da billiger lebt und die Einstellung zu Alten anders ist. So ein Ortswechsel muß ja auch bewußt und selbst entschieden werden und nicht, weil es für die Angehörigen paßt.
    Ob die Rente ins Wunschland überwiesen wird und wie die Bedingungen sind, sollten auch vorher geprüft werden, genauso wie es mit den Ansprüchen aus der Pflegeversicherung aussieht.
    Wie gesagt: Geeignet nicht für jeden und wenn sämtliche Kontakte (Nachbarn, Freunde, Verwandte) tausende von Kilometern entfernt wohnen hilft auch Skype nicht wirklich über die innere Einsamkeit hinweg besonders wenn man persönlich nichtzu den aufgeschlossenen Typen gehört und das Klima kann Nähe nicht dauerhaft ersetzen. Am Ende muß dann Oma eventuell allein in Thailand ihr Leben beenden.

    Thailand war in dem Bericht (den ich nicht bei BILD las) nur erwähnt, viel mehr ging es um Senioren, die man in die hinterste Slowakei schickt. Die Aussage eines Angehörigen: Oma merkt das doch gar nicht mehr, fand ich schon bemerkenswert ….. ignorant. Nur weil das Kurzzeitgedächtnis wegbricht, bedeuted das ja nicht, daß die Gefühle verschwinden. Gerade im Alter wird das immer wichtiger.
    Und es ging auch um Fachkräftemangel in Deutschland. Das Problem löst man aber nicht mit „Landverschickung“, denn auch im billigen Osten sind die Senioren zahlenmäßig zunehmend und egal ob dort oder hier in Deutschland, löst man dieses Problem nicht nur mit Geld, sondern mit Imageverbesserung. Die Krankenkassen beobachten bereits….und hier gehts auch um Kosten. Die KK Politik muß Kosten sparen und Personalkosten sind ein Argument für die Krankenkassen. Wenn aber unsere Leistungen aus der Kranken- und Pflegekasse im Ausland Arbeitsplätze subventionieren, von dort aber keine Beitragszahlungen in unsere Systeme kommen, dann haben wir zwei Probleme zu lösen. 1. Arbeitsplatzabbau und 2. damit zusammenhängend weniger Einzahler – denn Arbeitslose sind keine Einzahler. Das Personalproblem in Deutschlands Heimen beruht auf zu geringe Personalschlüssel, schlechte Bezahlung und schlechtes Image im Pflegebereich . Letzteres könnte man auffangen in dem man qualifiziertes Personal anständig bezahlt und wertschätzend behandelt. Dann muß man auch keine Senioren exportieren. Die Tatsache, daß es derzeit (noch) nicht so häufig vorkommt, heißt nicht automatisch, daß dies so bleibt. Hier gilt: Wehret den Anfängen. Wenn man schon mal publik macht, daß es da so Möglichkeiten gibt, werden sie auch zunehmend genutzt werden. Die Vorgänge in den 24h Pflegedienst-Anbietermärkten, die sehr häufig im Graumarkt-Bereich agieren zeigen, daß man dies beobachten muß.

    Hinzu kommt, daß es immer deutlicher zu Tage tritt, daß Krankenkassen Leistungen ausschreiben und den Billiganbieter im Ausland vertraglich binden, wenn der deutsche Anbieter die Dumpingversuche nicht mehr mitgehen können. Viele Gesundheitsberufe können ein leidvolles Lied davon singen. Es geht aber hier um Dienstleistung und nicht um einen Wegwerfartikel. Und wie gesagt: Dienstleistung erfreut sich bei uns keiner Wertschätzung….dazu gehört auch der Dienst am Nächsten.

    Kennen Sie den Film 2030 Aufstand der Alten? Hier wurden Senioren mit falschen Versprechungen nach Afrika gelockt, wo sie dann sozialverträglich abgelebt wurden….

    Als 1979 der Filmthriller „Fleisch“ gezeigt wurde, der den organisierten Organhandel zum Thema hatte, hielten viele das für nicht vorstellbar – jedoch genau das passiert seit langem in Drittweltländern.

    Wenn die Zahl der Dementen zunimmt und die Pflegeversicherung immer größere finanz. Probleme hat, könnten neue Geschäftsmodelle Abhilfe versprechen.

  2. Coletta Coi sagt:

    Natürlich sind Pflegeheime im Ausland eine echte Alternative. Aber auch Pflege in Deutschland ist nicht so schlecht wie ihr Ruf.
    Sind Sie nicht zu gutgläubig, was Versprechungen bezüglich der optimalsten Pflege im Alter betrifft.
    Sonst könnte es Ihnen ergehen, wie den Protagonisten in meinem Soziothriller „Im Netz der Menschenfischer“. Die Realität sieht aber hoffentlich anders aus!

  3. Thomas sagt:

    Wer sich mit dem Gedanken trägt im Alter nach Thailand gehen zu wollen, der sollte sich besonders gründlich vorbereiten. Da bestehen zum Teil doch sehr große Kulturunterschiede.
    Die zuweilen besonders skeptische Berichterstattung hinsichtlich des Ruhestandes in Thailand ist sicher typisch deutsch (Stichwort: Altenentsorgung, billige Pflege, Abschieben von Angehörigen…).
    Dies mag nicht zuletzt einer bestimmten Versorgungsindustrie (Stichwort Großheime) und deren gesellschaftspolitisch erheblichem Einfluss geschuldet sein (insbesondere sind dies auch die kirchlichen Organisationen).
    Die private Pflege oder gerade auch die Betreuung und Pflege in kleinerem und persönlicherem Umfeld wird in Deutschland nach wie vor unzureichend gefördert. Dennoch zeichnen sich hier aber Verbesserungen ab und insgesamt ist hier ein Trend zur Dezentralisierung (nicht zuletzt aus Kostengründen) zu erwarten.
    Eine sachliche Auseinandersetzung mit alternativen Lebensformen im Alter (z.B. in Thailand) ist in Deutschland leider häufig schwer möglich. Wer sich für einen Lebensabend in Thailand interessiert, der kann sich mit dieser Thematik seriös und differenziert mit Hilfe des Ratgebers „Thailand Auswandern. Ja, aber richtig!“ beschäftigen (http://www.auswanderung-thailand.com/)

  4. Naomi sagt:

    Wir haben leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht im Carewell Phuket, geleitet von Anita Somaini.
    Wir hatten unsere Mutter wegen einer Brustkrebs Erkrankung aus der Schweiz ins Carewell, Thailand gebracht.
    Leider wurde nicht gehalten was auf der Webseite grossartig gepriesen wird, weder noch das was im Vertrag stand.
    Schlechte Pflege für viel zu hohe Kosten.
    Somit haben wir unsere Mutter nach 3 Monaten wieder raus geholt.
    Da wir selbst in Thailand leben hatten wir die Möglichkeit unsere Mutter oft zu besuchen, somit haben wir einen Ausführlichen Einblick ins Carewell erhalten im Gegensatz zu den meisten Angehörigen die nur ein paar Tage oder Wochen pro Jahr sich vor Ort selbst überzeugen können.
    Also Achtung bevor man den Schritt macht, GENAUER Abklären als wir es taten.

  1. 12. November 2012

    […] Neuigkeiten zum Thema Pflege, Wohnformen im Alter und weiteren Themen rund ums "beste" Alter « Seniorenresidenzen in Thailand – ein Paradies für Senioren? […]

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