Verhalten bei Demenz: Tipps für den richtigen Umgang mit Demenzkranken

Wer mit demenzkranken Angehörigen zusammenlebt, tut sich oft schwer deren Verhalten zu verstehen. Viele Demenzkranke sind nicht in der Lage sich sprachlich auszudrücken oder neigen zu plötzlich auftretenden Fluchttendenzen. Demenzkranke leiden unter bestimmten Symptomen, die von Angehörigen aber oft nicht direkt mit der Demenz in Verbindung gebrachtwerden. Dies kann zu Konflikten führen, welche das Verhältnis zwischen Betreuer und Demenzkranken nachhaltig belasten und sogar  zu Gewalt führen können. Deshalb ist es wichtig, zu wissen, wie Angehörige  mit dem Verhalten von Demenzkranken umgehen können.

Typisches Verhalten

Zu den typischen Verhaltensweisen eines Demenzpatienten gehören beispielsweise:

  • Das häufige Wiederholen einer einzigen Frage: z.B. „Wer bist du?“
  • Das ständige Erzählen einer bestimmten Begebenheit.
  • Große Schwierigkeiten einem Gespräch (mit mehreren Beteiligten) zu folgen.
  • Mitten im Satz nicht mehr weiterwissen.
  • Häufige Änderung des Gesprächsthemas in völlig unpassenden Momenten.
  • Große Schwierigkeiten beim Merken von Namen, Orten und Zeitpunkten.

Wie ist eine Kontaktaufnahme möglich?

Demenzkranke nehmen ihre Umgebung nur noch teilweise wahr. Mit zunehmender Erkrankung leben sie mehr und mehr in ihrer eigenen fiktiven Welt. Um dennoch ein Gespräch zu führen, muss zuerst ihre Aufmerksamkeit gewonnen werden. Geben Sie dazu dem Demenzkranken die Hand und beobachten Sie seine Reaktion. Sprechen Sie die Person mit ihrem Namen an und bauen Sie Augenkontakt auf. Achten Sie auch darauf, sich vor ihren Gesprächspartner zu setzen oder zu stellen, damit er nicht erschrickt. Bei Patienten, die nicht auf Händedruck reagieren, kann eine leichte Berührung an der Schulter weiterhelfen.

Wie funktioniert ein Gespräch mit einem Demenzkranken?

Da viele Demenzkranke nur über eine sehr geringe Aufmerksamkeit und ein eingeschränktes abstraktes Vorstellungsvermögen verfügen, gilt es einige Regeln zu beachten. Nur wer langsam spricht und seine Aussagen leicht verständlich formuliert, hat Aussicht auf Erfolg. Außerdem helfen folgende Regeln bei der Kommunikation:

  • Weisen Sie ihren Gegenüber nicht auf seine Vergesslichkeit hin, das würde ihn verunsichern.
  • Nutzen Sie keine Sprichwörter oder Redewendungen, die Kontextwissen vorraussetzen.
  • Fragen Sie niemals „warum“, denn diese Frage erfordert konkretes Wissen.
  • Vermeiden Sie lange, verschachtelte Sätze mit Fachbegriffen.
  • Führen Sie keine Diskussionen darüber wer „Recht“ hat. Mit logischen Argumenten kommen Sie bei einem Demenzkranken nicht weit.

Umgang mit Weglauftendenzen

Manche Demenzformen bewirken einen erhöhten Bewegungsdrang und sorgen dafür, dass der Betroffene oft das Haus verlässt. Durch die demenztypische Orientierungslosigkeit finden allerdings viele Senioren dann nicht mehr zurück. Damit andere Personen im Notfall eingreifen können, sollte zumindest die Kleidung, Geldbörse oder Handtasche mit Kontaktdaten versehen werden. Zudem hilft ein aktuelles Foto bei der Suche. Auch das Informieren der Nachbarn oder das Verhängen der Wohnungstür mit einem Vorhang können unbemerkte Ausflüge verhindern. Weitere Maßnahmen gegen Weglauftendenzen bei Demenz sind:

  • Gründliches beobachten: Wann und warum tritt dieses Verhalten auf?
  • Gemeinsames Spazierengehen (z.B. einmal um den Block), um den Bewegungsdrang abzureagieren.
  • Ablenkung durch Beschäftigungsmaßnahmen.
  • Das Verstecken von Straßenschuhen oder anderen Gegenständen, die der Erkrankte immer mit nach draußen nehmen würde.
  • Das Anbringen eines Glöckchens an der Wohnungstür als Warnung für Mitbewohner

Tipps für Angehörige von Demenzkranken:

Angehörige von Demenzkranken fühlen sich oft mit ihren Problemen alleingelassen. Deshalb ist es wichtig, dass Angehörige Hilfe suchen und mit anderen austauschen. Folgend nennen wir Ihnen verschiedene Adressen, wo Sie Hilfe finden:
Online-Beratung für Angehörige von Demenzkranken
Info-Video zu Demenz
Zuhause Wohnen mit Demenz
Demenz-Einrichtungen finden
Psychologische Betreuung für pflegende Angehörige

Bildquelle: Flickr McBeth

 

Gastautor

Dies ist ein Gastbeitrag und spiegelt nicht die Meinung der Redaktion oder von Wohnen-im-Alter.de wieder. Sie möchten einen Gast-Beitrag veröffentlichen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion!

Das könnte Dich auch interessieren …

1 Antwort

  1. Heike sagt:

    Bei meiner Großmutter haben wir die ersten Anzeichen von Erkrankung diesen Frühling bemerkt und haben uns gleich an den Arzt gewendet. Jetzt müssen wir lernen damit richtig umzugehen. Normalerweise lassen wir die Oma nie alleine das Haus verlassen, immer ist jemand dabei. Einige Zettel mit Kontaktdaten werden wir aber in die Handtasche und die Kleidung hineinstecken. Vielen Dank für die Tipps!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.